Mittwoch, 30. April 2008

Zusammenfassung der letzten Wochen

Manila. Aber nur ein kleiner Teil davon! Die Hochhaeuser im Hintergrund befinden sich im Businessviertel Makati.

Eine kurze Zusammenfassung, was in den letzten Wochen so alles passierte (abgesehen vom normalen Programm wie Gefaengisbesuche, Nachhilfe geben, Wochenendaktivitaeten in Balanga…):

Wir waren mit unseren Burschen wieder einmal Baden – in einem Freibad. Gerade in Manila ist das sehr spannend da es eine lange Liste von Vorschriften gibt. Keine Baelle duerfen mitgenommen werden, nicht Springen und Spielen, eine spezielle Badehose muss angezogen werden… Das Beste war als wir zur Mittagspause von einem Security aus dem Pool gepfiffen wurden. Der spazierte dabei gemuetlich mit einem riesen Gewehr den Beckenrand auf und ab! Klar dass wir aus dem Wasser gegangen sind…

Auf einer Autofahrt nach Balanga machten wir Voluntaere einen kurzen Stopp in Bacolor. Bacolor ist ein winziges Dorf das nach dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo im Jahr 1991 bekannt wurde. Asche und Lava erhoeten dieses Dorf naemlich um einige Meter. Beeindruckend fuer uns war vor allem die Kirche.

In den letzten Wochen mussten wir leider auch von Leo’s Mutter Abschied nehmen. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt verstarb sie zu Hause an Krebs und wurde anschliessend fuer ca. eine Woche in ihrem Haus aufgebahrt. In dieser Woche konnten Nachbarn, Bekannte und Verwandte fuer das Begraebnis spenden. Es ist Tradition, dass zahlreiche Menschen den Verstorbenen und die Familie aufsuchen und durch verschiedenste Kartenspiele Geld auftreiben. Das Haus und der Platz rund herum sind also voll von Leben! Wenn man dies als Aussenstehender sehen wuerde, wuerde man eher meinen, dass ein Geburtstag, eine Graduierung, eine Geburt oder eine simple Hochzeit gefeiert wird. Ein wirklich schoener Weg um Abschied zu nehmen! Das Begrabnis selbst war im Gegensatz dazu schlicht und einfach. Das Wochenende darauf luden wir die ganze Familie nach Balanga ein, das ihr sehr gefiel. Sie nahmen beim Shabbat und der Vesper teil, gingen ins Meer baden und bestiegen den Mt. Samat. Wir hoffen, dass Leo bald wieder regelmaessig an unserem Programm teilnehmen wird.

Unlaengst besuchten wir auch ein Altenheim in Balanga. Ein paar Maedls von unserer School of Life machen dort ihre „Sommermission“ indem sie mit den Lola’s und Lolo’s (Oma’s und Opa’s) Lieder singen, Theater vorspielen und mit ihnen einfach plaudern. Es war sehr schoen anzusehen wie unsere Maedls mit den alten Menschen umgingen und Freude in ihren Alltag brachten. Mehr dazu aber in den Fotos!

Naechste Woche findet wieder einmal unser Familienseminar statt. Alle Familien unserer Burschen und Maedls sind dazu nach Balanga eingeladen um mehr ueber „Familie“ zu erfahren. Ein buntes aber auch intensives Programm wartet auf sie. Wir Voluntaere freun uns auch schon sehr darauf, da es wahrscheinlich wieder wie ein riesiges Jungscharlager sein wird.

Heisse Gruesse aus Manila!

Fotos (Swimmingpool, Bacolor)
Fotos (Begraebnis, Altenheim)

Samstag, 5. April 2008

500kg Mangos!

Von Dienstag bis Donnerstag war es wieder so weit - das monatliche fruitselling! Mittlerweile sind wir ja schon Profis ; ) ... Dieses Mal verkauften wir Mangos aus der Provinz Bataan - 500kg!


Im April und Mai ist hier Sommer und Mangosaison. Darum gab es dieses Mal nicht Erdbeeren wie beim letzten Mal, sondern goldgelbe Mangos zum Verkaufen.
An drei verschiedenen Orten waren wir gleichzeitig mit unseren Burschen voll mit dem bussines beschaeftigt. Neben einem kleinen Einkommen fuer die Burschen, ist die Erfahrung im Umgang mit Leuten anderer Gesellschaftsschichten interessant und hilfreich. Kleine oder groessere Organisationstalente werden dabei auch geboren!

Wir selber haben uns natuerlich auch ettliche Kilos abgezweigt und gekostet - koestlich, mmmh, so suess und saftig!

Sonntag, 30. März 2008

Isagani's Hausabriss

Letzten Donnerstag machten wir uns ein weiteres mal auf den Weg nach Tagig - die Gegend in der Isagani wohnt. Wir halfen ihm bei der Raeumung und beim Abriss seines Hauses. Die Regierung versiedelte naemlich aus Sicherheitsgruenden die dort lebenden Familien. Angeblich ist eine neue Zugstrecke geplant. Es war ein aeusserst eindrucksvoller Tag: Wir fuhren einige hunderte Meter mit einem selbstgebastelten Fahrgestell (Trolly) die Zugstrecke entlang um die Gegend zu erkunden, sahen wie der Zug auf diesen katastrophalen Schienen daherprasste/-schwankte und trugen mit simplen Werkzeug das Haus ab.

Isagani selbst wird nun in der kommenden Zeit nicht so oft bei unseren Taetigkeiten dabeisein koennen. Er muss seiner Familie helfen, das neue zu Hause in Laguna (wofuer brauchbares Material vom alten Haus wiederverwendet wird) aufzubauen.

Fotos

Dienstag, 25. März 2008

Fotos sind da!

Die Fotos sind schon mal online!

Insgesamt haben wir ueber 800 Fotos von der letzten Woche. Eine kleine Auswahl davon koennt ihr euch anschaun.

Viel Spass!

Montag, 24. März 2008

MALIGAYANG LINGGO NG PAGKABUHAY

FROHE OSTERN!

Wir wuenschen euch allen ein FROHES und GESEGNETES OSTERFEST!



Am Bild sind alle Maedchen und Burschen (nur Leo fehlt, weil seine Mutter sehr schwer krank ist), die Schwestern, einige Mitarbeiter und die Voluntaere unseres Projektes zu sehen. Mit Namen versehen, damit ihr die ganzen Leute, mit denen wir fast taeglich zusammen sind, endlich kennenlernt. Wir alle verbrachten die vergangenen sieben Tage in Balanga und feierten dort gemeinsam die Heilige Woche. Fr. Damian aus Polen war unser "Gastpriester".

Seit heute haben wir leider eine Schwester weniger, da Sr. Marie nach Hause geflogen ist. Ein ganzes Jahr hat sie mitgearbeitet und ueberlegt sich nun, ob sie fuer immer in der Mission auf den Philippinen sein moechte.

Naehere Berichte und Fotos von dieser wunderschoenen Woche folgen!

Mittwoch, 19. März 2008

Viel tut sich...

Keine Woche vergeht, in der es langweilig ist und die Tage fliegen nur so dahin. Kaum zu glauben, aber die Haelfte unseres Philippinenaufenthaltes ist schon vorueber. Trotzdem wird ans Heimfliegen noch nicht gedacht! :-) Dafuer tut sich viel zu viel!

Letzte Woche gab es eine Feuerwehruebung in unserem Haus in Balanga. Dazu besuchten uns einige Maenner von der Feuerwehr mit ihrem Einsatzfahrzeug, hielten eine Praesentation uebers Feuer und gaben eine praktische Einfuehrung in die Benuetzung eines Feuerloeschers. Wie man auf den Bildern sehen kann wird das Feuer von einigen schon ziemlich professionell geloescht.

Wenige Tage spaeter besuchten wir an einem unserer freien Tage CBR (Community based Rehabilitation) in Payatas, das ein Zentrum fuer Kinder mit Behinderung ist. Eine franzoesische Volontaerin hilft dort jede Woche aus und hat uns dieses mal mitgenommen. Wir konnten das Zentrum anschauen und haben auch mit den Kindern gespielt. Anschliessend gab es Lunch mit den Betreuern. Auf dem nach Hause weg gingen wir durch einen Squater-Area (Basketballplaetze lassen natuerlich auf sich warten…) in dem die Menschen im Muell leben bzw. lebten. Die Eindruecke sind unbeschreiblich obwohl die Regierung schon seit einiger Zeit die Muellablagerung an einen anderen Ort verlegt hat. Das fotografieren ist in diesem von Securities bewachten Areal leider verboten. Den dortigen Gestank und Schmutz – da der Muell dort nach wie vor zwischengelagert wird hat sich an der Lebenssituation der Menschen nicht viel geaendert – kann man sich nur ausmalen wenn man es nicht selbst erlebt hat. Die Leute durchwuehlen die schwarzen Saecke und halten Ausschau nach Nuetzlichem jeglicher Art.

Zwei Tage darauf waren wir wieder einmal im NTSB (National Training School for Boys). Dieses Jugendgefaengnis ausserhalb Manilas besuchen wir monatlich und machen mit den Burschen verschiedene kognitive und physische Aktivitaeten. Leider ist auch hier das Fotografieren untersagt und so wagten wir es nur waehrend dem Abwasch die Kamera zu zuecken.

Eine zweite Lieferung von insgesamt 117kg Erdbeeren bekamen wir letzte Woche. Es war wieder einmal sehr aufregend, den ganzen Tag mit dem Auto in Manila herumzukurven und unsere Burschen bei ihrem „Fruit-Selling“ zu unterstuetzen.

Nagut, die Kartage und ebenso den Ostersonntag verbringen wir mit unseren Burschen gemeinsam mit den Maedels in Balanga. Es warten einmal mehr, schoene gemeinschaftliche Tage auf uns.

Wir wuenschen euch eine gute Vorbereitungszeit auf das groesste Fest im Jahr!

Fotos (Feuerwehruebung, Payatas)
Fotos (NTSB, Erdbeeren)

Freitag, 7. März 2008

Fruitselling

Vor einigen Wochen starteten wir mit den Burschen ein neues Projekt, das Fruitselling. Neben der schulischen Ausbildung und dem Ausueben eines Berufes ist es wichtig, dass die Burschen Erfahrungen machen, im Umgang mit Geld, lernen puenktlich zu sein, eine anvertraute Aufgabe verlaesslich auszufuehren, mit Leuten anderer Gesellschaftsschichten umzugehen… All dies koennen sie sich beim Fruitselling aneignen.

Mit 102kg Erdbeeren im Kofferraum ging es los durch die Stadt. Sr. Edith hatte ihre Kontakte zu verschiedensten Leuten spielen lassen und so eine betraechtliche Anzahl von Kunden gewonnen. Wir hatten die Aufgabe diese anzufahren und ihnen die gewuenschte Menge an Erdbeeren zu verkaufen. Das alles lief jedoch nach Zeitplan ab.

So nebenbei bekamen wir einige sehr interessante neue Eindruecke. Die erste Kundin wohnte in Dasmarinas village – eine Viertel fuer die Reichen. Wir fuehlten uns wie in einem anderen Land. Noch fuenf Minuten zuvor Verkehrschaos, Schmutz und Laerm, jetzt nachdem wir einen Einlass mit Wachposten passiert hatten, eine Luxusvilla nach der anderen, breite saubere Strassen ohne Verkehr und alles wie eine einzige Parkanlage.

Auch hatten wir eine andere Kundin in einem der Bussinessbuildings in Makati
(das Manhatten von Manila), im 27sten Stockwerk. Bei diesem Delivery staunten wir nicht schlecht ueber das Ambiente in der Office dieser Kundin – sehr nobel!

Nach einer kurzen Nacht (wir holten die Erdbeeren um halb zwei an einer Busstation ab, da sie mehrere Stunden aus einer anderen Stadt hertransportiert werden mussten) und einem langen Tag kamen wir muede, aber um viele Erfahrungen reicher wieder in unserer Office an.

Zur Info: Hier kostet ein Kilo Erdbeeren ca. 2 Euro – das ist sehr teuer! Hingegen sind 1kg Bananen schon ab 40 Cent erhaetlich ; )

Photos