Mittwoch, 19. März 2008

Viel tut sich...

Keine Woche vergeht, in der es langweilig ist und die Tage fliegen nur so dahin. Kaum zu glauben, aber die Haelfte unseres Philippinenaufenthaltes ist schon vorueber. Trotzdem wird ans Heimfliegen noch nicht gedacht! :-) Dafuer tut sich viel zu viel!

Letzte Woche gab es eine Feuerwehruebung in unserem Haus in Balanga. Dazu besuchten uns einige Maenner von der Feuerwehr mit ihrem Einsatzfahrzeug, hielten eine Praesentation uebers Feuer und gaben eine praktische Einfuehrung in die Benuetzung eines Feuerloeschers. Wie man auf den Bildern sehen kann wird das Feuer von einigen schon ziemlich professionell geloescht.

Wenige Tage spaeter besuchten wir an einem unserer freien Tage CBR (Community based Rehabilitation) in Payatas, das ein Zentrum fuer Kinder mit Behinderung ist. Eine franzoesische Volontaerin hilft dort jede Woche aus und hat uns dieses mal mitgenommen. Wir konnten das Zentrum anschauen und haben auch mit den Kindern gespielt. Anschliessend gab es Lunch mit den Betreuern. Auf dem nach Hause weg gingen wir durch einen Squater-Area (Basketballplaetze lassen natuerlich auf sich warten…) in dem die Menschen im Muell leben bzw. lebten. Die Eindruecke sind unbeschreiblich obwohl die Regierung schon seit einiger Zeit die Muellablagerung an einen anderen Ort verlegt hat. Das fotografieren ist in diesem von Securities bewachten Areal leider verboten. Den dortigen Gestank und Schmutz – da der Muell dort nach wie vor zwischengelagert wird hat sich an der Lebenssituation der Menschen nicht viel geaendert – kann man sich nur ausmalen wenn man es nicht selbst erlebt hat. Die Leute durchwuehlen die schwarzen Saecke und halten Ausschau nach Nuetzlichem jeglicher Art.

Zwei Tage darauf waren wir wieder einmal im NTSB (National Training School for Boys). Dieses Jugendgefaengnis ausserhalb Manilas besuchen wir monatlich und machen mit den Burschen verschiedene kognitive und physische Aktivitaeten. Leider ist auch hier das Fotografieren untersagt und so wagten wir es nur waehrend dem Abwasch die Kamera zu zuecken.

Eine zweite Lieferung von insgesamt 117kg Erdbeeren bekamen wir letzte Woche. Es war wieder einmal sehr aufregend, den ganzen Tag mit dem Auto in Manila herumzukurven und unsere Burschen bei ihrem „Fruit-Selling“ zu unterstuetzen.

Nagut, die Kartage und ebenso den Ostersonntag verbringen wir mit unseren Burschen gemeinsam mit den Maedels in Balanga. Es warten einmal mehr, schoene gemeinschaftliche Tage auf uns.

Wir wuenschen euch eine gute Vorbereitungszeit auf das groesste Fest im Jahr!

Fotos (Feuerwehruebung, Payatas)
Fotos (NTSB, Erdbeeren)

Freitag, 7. März 2008

Fruitselling

Vor einigen Wochen starteten wir mit den Burschen ein neues Projekt, das Fruitselling. Neben der schulischen Ausbildung und dem Ausueben eines Berufes ist es wichtig, dass die Burschen Erfahrungen machen, im Umgang mit Geld, lernen puenktlich zu sein, eine anvertraute Aufgabe verlaesslich auszufuehren, mit Leuten anderer Gesellschaftsschichten umzugehen… All dies koennen sie sich beim Fruitselling aneignen.

Mit 102kg Erdbeeren im Kofferraum ging es los durch die Stadt. Sr. Edith hatte ihre Kontakte zu verschiedensten Leuten spielen lassen und so eine betraechtliche Anzahl von Kunden gewonnen. Wir hatten die Aufgabe diese anzufahren und ihnen die gewuenschte Menge an Erdbeeren zu verkaufen. Das alles lief jedoch nach Zeitplan ab.

So nebenbei bekamen wir einige sehr interessante neue Eindruecke. Die erste Kundin wohnte in Dasmarinas village – eine Viertel fuer die Reichen. Wir fuehlten uns wie in einem anderen Land. Noch fuenf Minuten zuvor Verkehrschaos, Schmutz und Laerm, jetzt nachdem wir einen Einlass mit Wachposten passiert hatten, eine Luxusvilla nach der anderen, breite saubere Strassen ohne Verkehr und alles wie eine einzige Parkanlage.

Auch hatten wir eine andere Kundin in einem der Bussinessbuildings in Makati
(das Manhatten von Manila), im 27sten Stockwerk. Bei diesem Delivery staunten wir nicht schlecht ueber das Ambiente in der Office dieser Kundin – sehr nobel!

Nach einer kurzen Nacht (wir holten die Erdbeeren um halb zwei an einer Busstation ab, da sie mehrere Stunden aus einer anderen Stadt hertransportiert werden mussten) und einem langen Tag kamen wir muede, aber um viele Erfahrungen reicher wieder in unserer Office an.

Zur Info: Hier kostet ein Kilo Erdbeeren ca. 2 Euro – das ist sehr teuer! Hingegen sind 1kg Bananen schon ab 40 Cent erhaetlich ; )

Photos

Teambuilding Formation

Um aus einem bunten Haufen Maedchen selbstbewusste und teamfaehige junge Frauen zu machen, braucht es manchmal ein Teambuildingwochenende.
Auf dem wunderschoenen Gelaende eines ehemaligen Botschafters waren wir fuer drei Tage untergebracht.

Unser neuer Mitarbeiter Niko stellte ein herausforderndes, aber sehr abwechslungsreiches Programm zusammen. Das Ziel war es so manche Zwistigkeiten, die zwischen den Maedls bestanden zu bereinigen und sie mit Teamspirit anzustecken. Dies ist ihm mit seinen vielen kreativen Spielen und seinen gefuehlvollen Gespraechen wirklich gelungen!

Natuerlich kam auch das Schwimmen und Baden im Meer nicht zu kurz. Aber auch am Lagerfeuer haben wir es uns am Abend gemuetlich gemacht...

Danke an alle, die mit dabei waren und mitgearbeitet haben, es war wirklich sehr gut!

Photos

Dienstag, 4. März 2008

Kundgebung in Manila

Vergangenen Freitag, 29. Februar 2008, gab es eine grosse Kundgebung in Manila. Und zwar sind hierzulande nicht alle zufrieden mit der amtierenden Praesidentin Gloria (das ist ihr Name). Aus verschiedensten Gruenden ist ihr Beliebtheitsgrad bei den Philippinern stark gesunken. Vieles was versprochen wurde, wurde nicht gehalten. Der Ausloeser fuer diese Kundgebung war ein Fall von Korruption. Gloria wird beschuldigt, mehr oder weniger offiziell korrupte Handlungen durchgefuehrt zu haben, obwohl sie sich selbst gegen Korruption einsetzen will/wollte (Die Philippinen sind das Land mit den meisten Korruptionen in ganz Asien!). Dabei geht es aber angeblich nicht um einen kleinen Geldbetrag...

Zu dieser Kundgebung kamen laut Zeitungsberichten um die 80.000 Menschen. Eine wirklich riesige Veranstaltung. Erstaunlich war, dass sich auf der Hauptbuehne sehr viele Geistliche und religioese Vertreter befanden und die Kundgebung - nachdem die philippinische Nationalhymne gesungen wurde - mit einem grossen Gebet begann. Erstaunlich auch, dass die Regierung es verboten hatte, Hubschrauber mit Live-Kameras ueber den Veranstaltungsort kreisen zu lassen.

Fotos

Montag, 25. Februar 2008

Debut

Was waere ein Jahr ohne Feste, oder besondere Momente. Einen solchen herausragenden Moment hat es fuer vier von unseren Maedchen Mitte Februar gegeben.

Hier auf den Philippinen ist es wirklich etwas Besonderes, wenn man als Maedchen seinen 18. Geburtstag feiert und so offiziell eine Frau wird. Mit vielen Taenzen, musikalischen Einlagen, netten Glueck- und Segenswuenschen und einem koestlichen Buffett feierten wir dies.
Schon an den vorausgehenden Wochenenden probten wir immer wieder unsere Tanzeinlagen – Rock’n Roll, Cha-Cha-Cha, Tango und Walzer(!).

Als dann der grosse Tag gekommen war, begannen schon am fruehen Morgen viele eiffrige Haende mit dem Aufbauen und Herrichten der Buehne (hier hat Sr. Laeticia wieder einmal ihr Geschick fuer Dekoration und Schmuck unter Beweis gestellt) und mit dem Kochen und Zubereiten des Buffetts. Jeder hatte seinen Aufgabenbereich und so ging es rasch vorwaerts.
Als dann um sechs Uhr abends die ersten geladenen Gaeste eintrafen, hatte sich jeder in Schale geworfen und sich herausgeputzt.
Eroeffnet wurde der Abend mit dem Eintanzen (Walzer) der Debutantinnen und ihrer Begleiter...

Am Besten verschafft ihr euch selber einen Eindruck durch unsere Fotos.

Hinzuzufuegen waere noch, dass ein Debut in dieser Groesse, mit all dem Schmuck und dem Essen fuer arme Leute unvorstellbar ist. Auch deshalb freuten sich unsere Maedchen besonders, da ein solches Fest fuer sie zu Hause nicht moeglich waere.

P.S. Bei den Bildern sind auch einige dabei, auf denen unsere Burschen beim Bamboowork zu sehen sind. Die bearbeiteten Bambusstuecke (Kerzenhalter, Dekorationsgegenstaende...) werden in Oesterreich und Frankreich verkauft. Neben den neuen handwerklichen Erfahrungen haben die Burschen dadurch auch eine kleine Einnahmequelle.

Dienstag, 19. Februar 2008

Manila Walkingtour

Letzte Woche machten wir uns auf den Weg um die schoenen Seiten von Manila kennenzulernen. In dem Reisefuehrer "Philippinen" von Jens Peters steht naemlich geschrieben, dass Manila zwar nicht vergleichbar ist mit anderen Metropolen wie etwa Sydney oder Rio de Janeiro, es aber doch Sehenswertes gibt, wenn man sich auf die Suche begibt. Und schlussendlich tat die Walkingtour wirklich gut weil sie unsere bisherigen Eindrucke dieser Metropole - Verkehr, Chaos, Schmutz, Gestank... - etwas relativierte. Obwohl wir ueber zehn Stunden zu Fuss unterwegs waren konnten wir unseren "Spaziergang" nicht voellig zu Ende fuehren.

Manilafotos

Mittwoch, 13. Februar 2008

Hl. Teresa in Balanga, Christian und Johannes in Candelaria

Ende Jaenner machte der Schrein der Hl. Teresa von Lisieux eine „Tour“ durch die Philippinen. Wir hatten mit unseren Burschen und Maedls die Moeglichkeit, die Reliquien dieser Heiligen vom 28. bis 29. Jaenner in Balanga zu verehren. Es begann mit einer grossen Prozession durch die Stadt – mit dem Bischof, zahlreichen Schwestern, der Musikkapelle und vielen vielen Glaeubigen – bis zur Kathedrale. (Lustig bei dieser Prozession war, dass wir eine „Nebenattraktion“ fuer die Philippiner waren. Am Beginn der Prozession blickten alle zum Schrein der Hl. Teresa und weiter hinten, wo wir beide gingen, blickten ploetzlich alle zu uns…) Der Besuch der Hl. Teresa war fuer uns insofern von besonderer Bedeutung, da sie die Patronin der Missionare der ganzen Welt ist und wir uns in der Mission befinden. Ausserdem ist sie die Fuersprecherin der School of Life (unserem Projekt fuer die Maedchen). In der Kathedrale, die gesteckt voll war sodass sogar ausserhalb noch viele Menschen standen, wurde dann die Hl. Messe gefeiert. Im Anschluss an die Eucharistiefeier gab es ein grosses Gedraenge um den Schrein der Hl. Teresa. Jeder wollte – und das ist sehr typisch fuer die Philippiner – den Schrein beruehren. Auch wenn’s nur fuer wenige Sekunden ist. (Am 9. Jaenner zum Beispiel gab es die Prozession mit dem „Black Nazarene“ in Quiapo – einem Ortsteil von Manila. Der „Black Nazarene“ ist ein grosses Kruzifix aus schwarzem Holz das im 17. Jh. von den Spaniern nach den Philippinen gebracht wurde. Bei dieser Prozession, zu der Zehntausende von Menschen kamen die das Kruzifix beruehren wollten, starben Medienberichten zu folge heuer 5 Menschen.)

Die zwei darauffolgenden Tage verbrachten wir bei einem oesterreichischen Priester am Meer. Er ist Mitglied der Gemeinschaft vom Heiligen Kreuz, die ein „Exerzitienhaus“ in Candelaria betreibt (7 Busstunden noerdlich von Manila). Es waren wunderschoene und erholsame Tage, da die Gegend dort sehr verlassen ist (ideal fuer Exerzitien) und wir den gesamten Strand fuer uns alleine hatten (auch ideal fuer Exerzitien).

Fotos